Ungefähr um das Jahr 1250 errichtete Graf Heinrich der Fünfte von Oldenburg-Neubruchhausen in Neubruchhausen seine Wasserburg und der Ort entstand. Anzunehmen ist, dass in nicht so langer Zeit danach auch eine Wassermühle in unmittelbarer Nähe gebaut wurde. Eine schriftliche Erwähnung der Wassermühle gab es aber indirekt erst im Jahr 1583 zum Ende der Hoyaer Grafenzeit. Im Inventarium des Wasserschlosses aus diesem Jahr wird die Baufälligkeit der Wassermühle erwähnt und es werden Restaurierungsmaßnahmen vorgeschlagen. Die früheste urkundliche Erwähnung der Mühle stammt aus dem Jahr 1609. Sie war die Amtsmühle der Herrschaft und des Amtes Neubruchhausen und später (18. Jahrhundert) eine „Pflichtmühle“.

Das Fachwerkgebäude der Wassermühle wurde im Jahr 1730 zu Zeiten von König Georg II von Hannover und England gebaut und damit war die Wassermühle auch eine königliche Mühle, wie eine Gravur neben der Jahreszahl an der Wand bestätigt.

 

Aus gleicher Zeit stammt höchstwahrscheinlich auch die Fachwerkscheune des Ensembles. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Wohntrakt des Mühlengebäudes erweitert und ein stuckverziertes Backsteinhaus an das Fachwerk-Mühlengebäude angebaut. Das jüngste Gebäude des Wassermühlen Ensembles, die Backsteinscheune, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Anhand alter Postkarten lässt sich das Baujahr ungefähr auf das Jahr 1910 eingrenzen. Die Backsteinscheune ersetzte eine kleine Fachwerkscheune, die etwas schräger zum Wohnhaus stand.

 

Herzlich Willkommen

Der Mühlenteich, der früher eine Größe von 4000 m² hatte, wurde aus der Hache und einem Nebenarm der Hache gespeist. 1981 wurde der Mühlenteich verkleinert und die Hache neu geleitet. Die Hache und der Nebenarm hatten nun keine Verbindung mehr zum Teich. Durch Verlandung ist der Teich heute zusätzlich geschrumpft. Im Jahr 2000 wurde eine Sohlgleite in die Hache gebaut, um Fischen die Möglichkeit zu geben flussaufwärts zu schwimmen. Hierfür wurde das Bett der Hache leicht verlegt und der Fluss fließt heute nicht mehr direkt an der Wassermühle entlang. Die verbliebene alte Hache, die an der Mühle weiterhin fließt, hat heute sehr wenig Wasserkraft.

Die letzten Müllerfamilien der Wassermühle seit Ende des 19. Jahrhunderts waren die Familien Eilers und Warnke. Der letzte Müller, Hans Warnke, musste im Jahr 1974 krankheitsbedingt den Mühlenbetrieb einstellen. Seine Tochter Margret verkaufte erst im Jahr 2015 die Mühle und lebte bis in das Jahr 2016 im Wohnhaus der Wassermühle.

 

Quellen: u. a. Klaus Bergann